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Energiekrise 2026: Was die Straße von Hormuz mit Ihrer Stromrechnung zu tun hat

Straße von Hormuz bei Sonnenuntergang mit Tankern

Seit Ende Februar 2026 erleben wir eine neue Energiekrise – und diesmal kommt sie nicht aus Russland, sondern aus dem Persischen Golf. Der Angriff auf den Iran und die darauf folgende Blockade der Straße von Hormuz haben die globalen Energiemärkte erschüttert. Was das konkret für Ihren Strom- und Gaspreis bedeutet, erkläre ich in diesem Beitrag.

Update vom 15. April 2026: Die aktuelle Fortsetzung mit neuem Marktstand und Faktencheck zu Chinas Solarpanel-Exportpreisen finden Sie hier: Energiekrise 2026 – Update zum 15. April.

Was ist passiert?

Am 28. Februar 2026 starteten die USA und Israel gemeinsame Militärschläge gegen den Iran. Der Iran reagierte mit der faktischen Sperrung der Straße von Hormuz – einer Meerenge, durch die rund 20 % des weltweiten Öl- und LNG-Handels fließen. Die iranischen Revolutionsgarden drohten Tankern mit Angriffen, der Schiffsverkehr kam zeitweise nahezu zum Erliegen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) stuft diese Krise als schwerwiegender ein als die Ölkrisen von 1973, 1979 und 2002 – zusammengenommen.

Zeitstrahl: Von der Eskalation bis heute

Mitte Februar 2026

Vor der Krise

Gas (TTF): ca. 30–33 €/MWh | Strom (Neukunde): ca. 23,6 Ct/kWh | Öl (Brent): ca. 72 $/Barrel

28. Februar 2026

Beginn der Militärschläge

USA und Israel starten Angriffe auf den Iran. Energiemärkte reagieren sofort mit starken Preisanstiegen.

Anfang März 2026

Blockade der Straße von Hormuz

Iran sperrt die Meerenge faktisch. Gaspreise steigen auf 44–56 €/MWh. Ölpreis springt Richtung 100 $/Barrel.

9.–19. März 2026

Preise auf dem Höhepunkt

Gas (TTF): bis zu 62,9 €/MWh – fast eine Verdopplung. Öl (Brent): zeitweise knapp 120 $/Barrel. Strompreise für Neukunden steigen auf ca. 27,6 Ct/kWh (+17 %).

27. März 2026

Tankermarkt im Ausnahmezustand

Baltic Dirty Tanker Index erreicht Rekordwert von 3.737 Punkten. Versicherungsprämien für Tanker explodieren.

Anfang April 2026

Fragile Waffenruhe

USA und Iran vereinbaren Waffenstillstand. Preise sinken leicht – Gas auf ca. 45 €/MWh, Öl auf ca. 93 $/Barrel – bleiben aber deutlich über Vorkrisenniveau.

10. April 2026

Heute

Gas (TTF): 44,9 €/MWh | Strom (Neukunde): ca. 27,5 Ct/kWh | Öl (Brent): ca. 93 $/Barrel. Straße von Hormuz weiterhin faktisch blockiert.

Preise im Überblick: Vorher vs. jetzt

Vor der Krise
(Mitte Feb. 2026)
Höhepunkt
(Mitte März 2026)
Aktuell
(10. April 2026)
Gas (TTF) ~32 €/MWh ~63 €/MWh ~45 €/MWh
Öl (Brent) ~72 $/Barrel ~120 $/Barrel ~93 $/Barrel
Strom (Neukunde) ~23,6 Ct/kWh ~27,6 Ct/kWh ~27,5 Ct/kWh
Strom (Grundversorgung) ~38 Ct/kWh ~42 Ct/kWh ~41 Ct/kWh

Warum trifft uns das in Deutschland?

Deutschland hat seit dem Ende der russischen Gaslieferungen massiv auf LNG umgestellt – Flüssigerdgas, das per Schiff kommt. Ein erheblicher Teil des weltweiten LNG-Handels führt durch die Straße von Hormuz. Wenn diese Passage blockiert ist, sinkt das Angebot, und die Preise steigen.

Das betrifft nicht nur Gas direkt. Über das sogenannte Merit-Order-Prinzip bestimmen Gaskraftwerke häufig den Strompreis an der Börse. Steigt der Gaspreis, steigt der Strompreis – auch wenn der meiste Strom aus Wind und Solar kommt.

„Wir sehen wieder, was wir 2022 gelernt haben: Wer von fossiler Energie abhängig ist, ist von geopolitischen Krisen abhängig. Jede kWh vom eigenen Dach ist eine kWh, die kein Tanker durch eine Meerenge bringen muss."
– Maximilian Miensok

Was bedeutet das langfristig?

Selbst wenn die Straße von Hormuz morgen wieder geöffnet würde, bleiben die Folgen:

  • Gasspeicher: Die deutschen Speicher starteten im Frühjahr 2026 bei nur ca. 20 % Füllstand. Die hohen Preise erschweren die Wiederbefüllung für den nächsten Winter.
  • Versicherungskosten: Tanker-Versicherungen bleiben auf Rekordniveau, was die Transportkosten dauerhaft erhöht.
  • Inflation: Steigende Energiekosten schlagen zeitversetzt auf Lebensmittel, Transport und Produktion durch.
  • Vertragspreise: Wer jetzt einen neuen Vertrag abschließen muss, zahlt die Krisenprämie mit. Wer einen guten Vertrag mit Preisgarantie hat, ist geschützt.

Was können Sie jetzt tun?

Genau hier zeigt sich, warum eine professionelle Energieberatung einen Unterschied macht:

  • Bestehenden Vertrag prüfen: Haben Sie eine Preisgarantie? Wie lange läuft sie noch? Wenn ja – gut. Wenn nein – handeln Sie jetzt.
  • Nicht in Panik wechseln: Die Preise sind aktuell erhöht. Ein übereilter Wechsel zum erstbesten Anbieter kann teuer werden. Wir analysieren den richtigen Zeitpunkt für Sie.
  • PV in Betracht ziehen: Eigener Strom vom Dach ist von keiner Meerenge und keinem Krieg abhängig. Langfristig die beste Absicherung.
  • Grundversorgung vermeiden: Gerade jetzt ist der Preisunterschied zwischen Grundversorgung (~41 Ct/kWh) und optimierten Tarifen (~27,5 Ct/kWh) enorm – das sind über 400 Euro Unterschied pro Jahr bei einem Durchschnittshaushalt.

Fazit

Die Blockade der Straße von Hormuz ist keine abstrakte geopolitische Nachricht – sie schlägt direkt auf Ihre Stromrechnung durch. Die Preise werden auch nach einem Waffenstillstand nicht sofort auf Vorkrisenniveau zurückkehren. Wer jetzt handelt, kann sich absichern. Wer abwartet, zahlt die Krisenprämie.

Wir beobachten die Märkte täglich und beraten Sie, wann der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel oder eine Vertragsverlängerung ist. Damit Sie nicht mehr zahlen als nötig.

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